Der Amazon Deckungsbeitrag ist der Betrag, der dir von jeder verkauften Einheit nach Umsatzsteuer, Wareneinsatz, Amazon-Gebühren, Lager, Retouren und Werbung bleibt, bevor Fixkosten wie Personal, Software und Grundgebühr bezahlt sind. Die Deckungsbeitragsrechnung zieht diese Kosten in drei Stufen ab, von DB I bis DB III, im Englischen CM1 bis CM3. So siehst du je ASIN, ob ein Produkt Geld verdient und an welcher Stelle es Marge verliert.
Key Takeaways
- Kern: Umsatz zeigt nicht, ob ein Produkt Geld verdient. Das zeigt erst der Deckungsbeitrag je ASIN.
- Drei Stufen: DB I nach Landed Cost, DB II nach Amazon-Gebühren, Lager und Retouren, DB III nach Werbung aller Anzeigenarten.
- Break-even-ACoS: DB II in Prozent vom Netto-Erlös. Im Beispiel 36,6 Prozent netto, auf Bruttoumsatz gerechnet 30,8 Prozent.
- Gebühren 2026: Verkaufsgebühr meist 15 Prozent vom Bruttopreis, seit 17. April 2026 plus 1,5 Prozent Aufschlag auf FBA-Versandgebühren, Lager im vierten Quartal fast doppelt so teuer.
- Häufigster Fehler: Werbekosten netto gegen Umsatz brutto rechnen. Das unterschätzt ACoS und TACoS bei 19 Prozent Umsatzsteuer um den Faktor 1,19.
2026 lohnt der genaue Blick besonders, weil Amazon die Kosten mehrfach verschoben hat: niedrigere Versandgebühren für Pakete ab 15. Dezember 2025, niedrigere Verkaufsgebühren für günstige Haushaltsprodukte, Haustiernahrung und Vitamine ab 5. Januar 2026 und seit 17. April 2026 ein Treibstoff- und Logistikaufschlag von 1,5 Prozent auf die Versandgebühren (Quelle: Amazon, sell.amazon.de/preisgestaltung). Stand aller Gebühren in diesem Beitrag: 7. Oktober 2026.
Warum täuscht Umsatz auf Amazon?
Umsatz zeigt, was Kunden bezahlen, aber nicht, was dir nach Steuer, Ware, Gebühren und Werbung bleibt. Von 29,99 Euro gehen in der Beispielrechnung unten 4,79 Euro Umsatzsteuer ab, 7,60 Euro für die Ware, 8,37 Euro für Amazon-Gebühren, Lager und Retouren und 3,02 Euro für Werbung. Übrig bleiben 6,21 Euro, rund ein Fünftel des Preises.
Drei Muster machen Umsatz als Steuerungsgröße riskant:
- Werbung kauft Umsatz. Im Beispiel braucht das Produkt bei 25 statt 12 Prozent TACoS netto mehr als doppelt so viele Verkäufe, um denselben Deckungsbeitrag zu erzielen.
- Durchschnitte verstecken Verlustbringer. Ein Konto mit gesunder Gesamtmarge kann ASINs enthalten, die jeden Monat Geld kosten. Sichtbar werden sie erst je ASIN, bei Varianten je untergeordneter ASIN.
- Der größte Artikel ist nicht der wichtigste. Rechenbeispiel: ASIN A setzt 10.000 Euro netto um und behält bei 8 Prozent DB III 800 Euro. ASIN B setzt 4.000 Euro um und behält bei 25 Prozent 1.000 Euro.
Wie ist eine Deckungsbeitragsrechnung pro ASIN aufgebaut?
Eine Deckungsbeitragsrechnung pro ASIN startet beim Netto-Erlös und zieht in drei Stufen alle Kosten ab, die an jeder verkauften Einheit hängen. Fixkosten wie Grundgebühr, Personal, Software oder Agentur kommen erst danach für das ganze Konto dazu.
| Stufe | Rechnung | Was sie zeigt |
|---|---|---|
| Netto-Erlös | Bruttopreis geteilt durch 1,19 oder 1,07 | Was dir vom Kundenpreis gehört |
| DB I | Netto-Erlös minus Landed Cost | Rohertrag der Ware |
| DB II | DB I minus Amazon-Gebühren, Lager und Retouren | Marge vor Werbung, Obergrenze für Werbekosten |
| DB III | DB II minus Werbekosten aller Anzeigenarten | Beitrag zu Fixkosten und Gewinn |
Das gilt für Verkäufe über Seller Central. Als Vendor steuerst du über Einkaufspreis, Konditionen und Net PPM, siehe Amazon Vendor Profitabilität.
Netto-Erlös: Umsatzsteuer zuerst abziehen
Amazon.de zeigt Kunden Bruttopreise, deshalb ziehst du zuerst die Umsatzsteuer ab: 19 Prozent im Regelfall, 7 Prozent für begünstigte Waren wie viele Lebensmittel (Quelle: § 12 UStG, gesetze-im-internet.de). Aus 29,99 Euro werden 25,20 Euro. Rabatte, Gutscheine und Deals senken den Erlös weiter, rechne also mit dem tatsächlich erzielten Durchschnittspreis.
Wareneinsatz: Landed Cost statt Einkaufspreis
Der Wareneinsatz umfasst alles bis zur Einlagerung bei Amazon: Ware, Fracht, Zoll, Versicherung, Verpackung, Etiketten und Anlieferung. Diese Summe heißt Landed Cost oder Einstandspreis, Fracht und Zoll legst du je Lieferung auf die Stückzahl um. Wer nur den Einkaufspreis ansetzt, rechnet die Kosten jeder Einheit zu niedrig.
Amazon-Gebühren: Verkaufsgebühr und Versand
Die Verkaufsgebühr beträgt in den meisten Kategorien 15 Prozent, mindestens 0,30 Euro, für Computer und Unterhaltungselektronik 7 Prozent. Kleidung und Accessoires sind gestaffelt: 5 Prozent bis 15 Euro, 10 Prozent bis 20 Euro, darüber 15 Prozent. Berechnet wird sie auf den Gesamtverkaufspreis, also den Betrag, den der Käufer inklusive Versand zahlt (Quelle: Amazon, sell.amazon.de/preisgestaltung). Bei 19 Prozent Umsatzsteuer sind 15 Prozent vom Bruttopreis deshalb 17,9 Prozent vom Netto-Erlös.
Die Versandgebühr für Versand durch Amazon hängt von Größe und Gewicht ab: Ein kleines Paket bis 400 Gramm kostet 3,39 Euro, wenn dein Bestand nur in Deutschland liegt, im Zentraleuropa-Programm mit Lagerung auch in Polen und Tschechien 3,13 Euro (Quelle: Amazon, FBA-Tarifübersicht ab 1. Juli 2026, sell.amazon.de/versand-durch-amazon). Dazu kommt der Aufschlag von 1,5 Prozent. Alle Gebührenarten im Überblick: Amazon FBA Kosten 2026.
Lager: Monatsgebühr und Zuschläge
Lagergebühren zahlst du je Kubikmeter und Monat, für Standardgrößen außerhalb von Kleidung, Schuhen und Taschen 27,54 Euro von Januar bis September und 52,20 Euro von Oktober bis Dezember. Ab 241 Tagen kommt ein Zuschlag für veralteten Lagerbestand dazu, zwischen 271 und 300 Tagen sind es 125,16 Euro je Kubikmeter und Monat. Reicht dein Bestand, gemessen am Versand der letzten 13 Wochen, länger als 22 Wochen, fällt ein Lagernutzungszuschlag an (Quelle: Amazon, FBA-Tarifübersicht ab 1. Juli 2026). Je Einheit rechnest du Volumen mal Monatssatz mal durchschnittliche Lagerdauer.
Retouren: mehr als die Erstattung
Bei einer Erstattung bekommst du die Verkaufsgebühr zurück, abzüglich einer Bearbeitungsgebühr von 5 Euro oder, falls niedriger, 20 Prozent der Verkaufsgebühr (Quelle: Amazon, sell.amazon.de/preisgestaltung). Die Versandgebühr für den Hinweg ist bezahlt, und ein Teil der Rückläufer ist nicht mehr als neu verkäuflich. Bei Kleidung, Accessoires und Schuhen kostet jede Rücksendung zusätzlich 50 Prozent der Versandgebühr, in anderen Kategorien fällt eine Bearbeitungsgebühr an, wenn die Retourenquote eines Produkts über dem Schwellenwert seiner Kategorie liegt (Quelle: Amazon, FBA-Tarifübersicht ab 1. Juli 2026).
Werbekosten: alle Anzeigenarten je ASIN
In den DB III gehören die Werbekosten aller Anzeigenarten: Sponsored Products, Sponsored Brands und Sponsored Display. Marken- und Sammelkampagnen, die mehrere Produkte bewerben, verteilst du nach den Werbekosten je beworbener ASIN. Als Kennzahl dient der TACoS: Werbekosten geteilt durch den gesamten Netto-Umsatz der ASIN, organisch und beworben.
Beispielrechnung: Was bleibt von 29,99 Euro?
Im folgenden Beispiel bleiben von 29,99 Euro Verkaufspreis 6,21 Euro Deckungsbeitrag III, das sind 24,6 Prozent vom Netto-Erlös. Es ist ein Rechenbeispiel, kein Durchschnittswert. Die Gebühren stammen aus den genannten Amazon-Quellen, alle anderen Werte sind Annahmen:
- Produkt: 18 × 12 × 8 cm, 300 Gramm, also ein kleines Paket bis 400 Gramm, Kategorie mit 15 Prozent Verkaufsgebühr, Bestand nur in Deutschland
- Landed Cost: 7,60 Euro, davon 6,20 Euro Einkauf und 1,40 Euro für Fracht, Zoll und Anlieferung
- Lager: durchschnittlich zwei Monate zwischen Januar und September
- Retouren: 5 Prozent Quote, davon 30 Prozent nicht wieder verkäuflich
- Werbung: 12 Prozent TACoS netto
| Position | Betrag | Anteil am Netto-Erlös |
|---|---|---|
| Verkaufspreis brutto | 29,99 € | |
| Umsatzsteuer 19 % | 4,79 € | |
| Netto-Erlös | 25,20 € | 100 % |
| Landed Cost | 7,60 € | 30,2 % |
| DB I | 17,60 € | 69,8 % |
| Verkaufsgebühr 15 % vom Bruttopreis | 4,50 € | 17,9 % |
| Versandgebühr 3,39 € plus 1,5 % Aufschlag | 3,44 € | 13,7 % |
| Lagergebühr, 1.728 cm³ für zwei Monate | 0,10 € | 0,4 % |
| Retouren | 0,33 € | 1,3 % |
| DB II | 9,23 € | 36,6 % |
| Werbekosten | 3,02 € | 12,0 % |
| DB III | 6,21 € | 24,6 % |
Prozentwerte sind gerundet. Eine Retoure kostet hier 6,62 Euro: 3,44 Euro Versandgebühr, 0,90 Euro Bearbeitungsgebühr für die Erstattung und 2,28 Euro anteiliger Warenverlust (30 Prozent von 7,60 Euro). Bei 5 Prozent Quote sind das vereinfacht 0,33 Euro je verkaufter Einheit. Auffällig ist das Verhältnis der Blöcke: Amazon-Gebühren und Lager kosten zusammen 31,9 Prozent des Netto-Erlöses und damit mehr als die Ware selbst.
Wie hängen Deckungsbeitrag, ACoS und TACoS zusammen?
Der DB II legt fest, wie viel Werbung sich ein Produkt leisten kann: In Prozent vom Netto-Erlös ist er dein Break-even-ACoS. Amazon Ads definiert den ACoS als Werbeausgaben geteilt durch Werbeumsatz und hält fest, dass er für Gewinn unter deiner Gewinnspanne liegen muss (Quelle: Amazon Ads, Leitfaden zu ACOS, advertising.amazon.com).
| Kennzahl | Formel | Im Beispiel |
|---|---|---|
| ACoS | Werbekosten geteilt durch Werbeumsatz | je Kampagne verschieden |
| TACoS | Werbekosten geteilt durch Gesamtumsatz der ASIN | 12,0 % netto |
| Break-even-ACoS | DB II geteilt durch Netto-Erlös | 36,6 % netto |
| Ziel-TACoS | DB-II-Marge minus Ziel-DB-III-Marge | 36,6 % minus 15 % = 21,6 % netto |
Achte auf die Messebene: Kundenpreise auf Amazon.de sind Bruttopreise inklusive Umsatzsteuer (Quelle: § 3 PAngV, gesetze-im-internet.de), deine Werbekosten fallen dagegen netto an. Prüfe deshalb einmal an einer Kampagne, ob der Werbeumsatz in deiner Konsole brutto ausgewiesen ist. Ist er das, entspricht die Schwelle von 36,6 Prozent netto dort 30,8 Prozent. Wer dann 36 Prozent als Grenze setzt, verliert im Beispiel an jedem Werbeverkauf Geld.
ACoS und TACoS beantworten verschiedene Fragen. Der ACoS bewertet Kampagnen und Suchbegriffe, der TACoS entscheidet über den DB III, weil er die Werbekosten auf alle Verkäufe verteilt, auch die organischen. Eine Kampagne über dem Break-even-ACoS kann im Launch sinnvoll sein, wenn sie Ranking und organische Verkäufe aufbaut. Solange der TACoS unter dem Ziel-TACoS bleibt, erreicht das Produkt trotzdem seinen Ziel-Deckungsbeitrag. Wie du daraus ein Monatsbudget ableitest, steht in Was kostet Amazon Werbung.
Welche Hebel hast du pro Kostenblock?
Die wirksamsten Hebel liegen meist bei Kosten, die jede einzelne Einheit tragen muss, also bei Preis, Ware und Versandgebühr, weil jede Verbesserung dort bei jeder Bestellung wirkt.
| Kostenblock | Hebel | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Preis | Preisschwellen der Gebühren prüfen | Eine Stufe höher kann mehr Gebühr kosten, als der Preis bringt |
| Wareneinsatz | Einkauf nachverhandeln, Lieferungen bündeln, Seefracht statt Luftfracht | Landed Cost nach jeder Lieferung aktualisieren |
| Versandgebühr | Verpackung verkleinern, Maße prüfen | Ein Variantenkind eine Größenstufe über seinen Geschwistern ist meist falsch vermessen |
| Versandgebühr | Zentraleuropa-Programm | 0,26 Euro weniger je Einheit, setzt Lagerung und Umsatzsteuer-Registrierung in Polen und Tschechien voraus |
| Lager | Kleinere Nachschubmengen, Altbestand vor Tag 241 abbauen | Im vierten Quartal fast doppelte Monatsgebühr |
| Retouren | Größenangaben, Bilder und Rücksendegründe auswerten | Quote je Variante, nicht je Parent |
| Werbung | Ziel-TACoS je ASIN aus dem DB II ableiten | Budget zu ASINs mit Spielraum verschieben |
Preisschwellen wirken doppelt. Bei Kleidung fallen für ein Shirt zu 19,99 Euro 10 Prozent Verkaufsgebühr an, also 2,00 Euro, für eines zu 20,99 Euro 15 Prozent, also 3,15 Euro: Ein Euro mehr Preis bringt 1,15 Euro mehr Gebühr. Dazu gilt der günstigere Niedrigpreisversand nur für kleine, leichte Produkte bis 20 Euro inklusive Umsatzsteuer, in Kategorien wie Küche oder Lebensmittel bis 12 Euro. Ein leichter Umschlag bis 20 Gramm kostet dort 1,87 statt 2,33 Euro, jeweils ohne Zentraleuropa-Programm und vor Aufschlag (Quelle: Amazon, FBA-Tarifübersicht ab 1. Juli 2026). Maßnahmen gegen Rücksendungen beschreibt Amazon Retouren reduzieren.
Bleibt eine ASIN nach allen Hebeln im DB III negativ, hast du drei Wege: Preis erhöhen und weniger Absatz akzeptieren, als Bundle oder mit anderer Versandart verkaufen oder auslaufen lassen. Weil die Hebel ineinandergreifen, lohnt es sich, sie gemeinsam zu steuern, im eigenen Team oder mit einer Amazon Full-Service Agentur, die Werbung, Listings und Bestand aus einer Hand verantwortet.
Welche Werkzeuge und Datenquellen brauchst du?
Du brauchst deine Einkaufsdaten, vier Berichte aus Seller Central und die Werbeberichte aus Amazon Ads, einmal im Monat für denselben Zeitraum zusammengeführt. Teure Software ist dafür nicht nötig.
| Datenquelle | Was du daraus nimmst | Darauf achten |
|---|---|---|
| Einkauf und Buchhaltung | Landed Cost je SKU | Fracht und Zoll je Lieferung umlegen |
| Datumsbereichsberichte unter Zahlungen | Belastete Gebühren, Erstattungen, Lagergebühren | Manche Gebühren werden Wochen nach dem Verkauf gebucht |
| Gebührenvorschau für Versand durch Amazon | Erwartete Versandgebühr und Größenstufe je SKU | Nach Store filtern, sonst mischst du Tarife anderer Länder |
| Geschäftsberichte | Einheiten und Umsatz je untergeordneter ASIN | Umsätze als Kundenpreise, also brutto inklusive Umsatzsteuer |
| Werbeberichte in Amazon Ads | Werbekosten je beworbener ASIN | Sponsored Products, Brands und Display zusammenführen |
| Bericht zu Kundenrücksendungen | Retourenquote und Rücksendegründe je SKU | Retouren dem Verkaufsmonat zuordnen |
Für neue Produkte rechnest du vorab mit dem Umsatzrechner von Amazon, der Gebühren je Versandoption vergleicht (Quelle: Amazon, FBA-Tarifübersicht ab 1. Juli 2026). Bei größeren Sortimenten lohnen Profit-Tools wie Sellerboard, die Gebühren und Werbekosten automatisch je Produkt zuordnen. Die Landed Cost pflegst du dort trotzdem selbst.
Welche Rechenfehler verfälschen den Deckungsbeitrag?
Die meisten falschen Deckungsbeiträge entstehen nicht durch fehlende Daten, sondern durch Mischungen: brutto mit netto, Konto mit ASIN, Einkaufspreis mit Landed Cost.
- Werbekosten netto gegen Umsatz brutto. Das unterschätzt ACoS und TACoS bei 19 Prozent Umsatzsteuer um den Faktor 1,19: Ein ACoS von 30 Prozent auf Bruttoumsatz entspricht 35,7 Prozent netto.
- Verkaufsgebühr auf den Netto-Preis. Amazon rechnet sie auf den Bruttopreis, bezogen auf den Netto-Erlös sind 15 Prozent also 17,9 Prozent.
- Einkaufspreis statt Landed Cost. Ohne Fracht, Zoll und Anlieferung sieht jede Einheit besser aus, als sie ist.
- Nur Sponsored Products zählen. Ohne Sponsored Brands, Sponsored Display und umgelegte Markenkampagnen ist der TACoS zu niedrig, und der Spielraum für Werbung wirkt größer, als er ist.
- Retouren nur als Erstattung sehen. Versandgebühr, Bearbeitungsgebühr und nicht verkäufliche Rückläufer bleiben als Kosten, auch wenn der Umsatz storniert ist.
- Lagergebühr als Jahresmittel. Von Oktober bis Dezember ist der Satz fast doppelt so hoch, Zuschläge für Altbestand und hohe Lagernutzung kommen dazu.
- Fixkosten im Deckungsbeitrag. Die Grundgebühr von 39 Euro im Monat zuzüglich Umsatzsteuer (Quelle: Amazon, sell.amazon.de/preisgestaltung), Personal und Software gehören unter den DB III, sonst verzerren sie den Vergleich der ASINs.
- Alte Gebührentabellen. Versandgebühren, Verkaufsgebühren und Zuschläge haben sich seit Dezember 2025 mehrfach geändert. Gleiche deine Annahmen mit der aktuellen Tarifübersicht ab.
Wie oft solltest du den Deckungsbeitrag prüfen?
Prüfe den Deckungsbeitrag monatlich je ASIN und zusätzlich nach jeder Gebührenänderung, Preisänderung oder größeren Budgetverschiebung. Markiere ASINs, deren DB III unter deinem Ziel liegt, und lege für jede einen Hebel aus der Tabelle oben fest. Bewerte Trends über mehrere Monate: Ein schwacher Monat mit Deal oder Lageraufbau ist noch kein Muster, drei schwache Monate sind eins.
Wir sind eine Amazon-Agentur aus Bielefeld und Amazon Ads Partner. Wir arbeiten mit festen Fees ohne prozentuale Beteiligung am Werbebudget, weil mehr Werbebudget allein keinen Deckungsbeitrag schafft. Wie wir Werbung, Listings und Bestand gemeinsam steuern, steht auf der Seite Amazon Full-Service Agentur. Wenn du deine Deckungsbeiträge gemeinsam durchgehen willst, sprich uns an. Wir sagen dir auch, wenn ein Produkt mit keiner Werbestrategie profitabel wird.
Häufige Fragen
Was ist der Deckungsbeitrag auf Amazon?
Der Deckungsbeitrag ist der Betrag, der dir je verkaufter Einheit nach Umsatzsteuer, Wareneinsatz, Amazon-Gebühren, Lager, Retouren und Werbung bleibt. Mit ihm deckst du Fixkosten wie Personal, Software und Grundgebühr, erst der Rest ist Gewinn. Rechne ihn je ASIN, weil Durchschnitte über das ganze Konto Verlustbringer verstecken.
Wie berechne ich den Break-even-ACoS?
Teile den Deckungsbeitrag II, also die Marge nach Ware, Amazon-Gebühren, Lager und Retouren, durch den Netto-Erlös. Bleiben wie im Beispiel dieses Beitrags 9,23 Euro von 25,20 Euro netto, liegt der Break-even-ACoS bei 36,6 Prozent netto. Weist deine Werbekonsole den Umsatz brutto aus, also inklusive Umsatzsteuer, entspricht das dort 30,8 Prozent.
Was ist der Unterschied zwischen DB I, DB II und DB III?
DB I ist der Netto-Erlös minus Landed Cost, also der Rohertrag der Ware. DB II zieht zusätzlich Verkaufsgebühr, Versandgebühr, Lager und Retouren ab und zeigt die Marge vor Werbung. DB III zieht die Werbekosten aller Anzeigenarten ab und zeigt, was das Produkt zu Fixkosten und Gewinn beiträgt.
Welcher Deckungsbeitrag ist auf Amazon gut?
Gut ist ein DB III, der deine Fixkosten deckt und den angepeilten Gewinn übrig lässt. Rechne dazu deine Fixkosten in Prozent vom Netto-Umsatz und addiere die Zielrendite. Liegen die Fixkosten zum Beispiel bei 8 Prozent und willst du 7 Prozent verdienen, brauchst du im Schnitt mindestens 15 Prozent DB III.
Welche Amazon-Gebühren gehören in den Deckungsbeitrag?
Alle Gebühren, die je Einheit anfallen: die Verkaufsgebühr, laut Amazon in den meisten Kategorien 15 Prozent vom Bruttopreis, die Versandgebühr samt 1,5 Prozent Treibstoff- und Logistikaufschlag, Lagergebühren mit Zuschlägen sowie Bearbeitungsgebühren für Erstattungen und Rücksendungen. Die Grundgebühr von 39 Euro im Monat zählt dagegen zu den Fixkosten.
