Seller Central12. Okt. 2026via Onlinehändler-News (Händlerbund) bevh: Temu, Shein und AliExpress verlieren nach Zollreform 35,5 % Umsatz
Nach der Verbraucherbefragung des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel (bevh), deren Ergebnisse der Verband am 8. Oktober veröffentlicht und Onlinehändler-News am 12. Oktober eingeordnet hat, setzten Shein, Temu und AliExpress in Deutschland im dritten Quartal 2026 nur noch 566 Mio. Euro um, 35,5 Prozent weniger als im Vorjahresquartal, und ihr Marktanteil fiel von 5,3 Prozent im zweiten auf 3,1 Prozent im dritten Quartal, dem ersten vollen Quartal, seit die 150-Euro-Zollfreigrenze am 1. Juli weggefallen ist und Kleinsendungen aus Drittländern pauschal 3 Euro Zoll je Warenposition kosten; ab November kommt eine Bearbeitungsgebühr von 2 Euro hinzu. Der Onlinehandel mit Waren wuchs insgesamt nur um 2,9 Prozent auf rund 18,5 Mrd. Euro und blieb damit unter der Inflation von 3,3 Prozent im September, Onlinemarktplätze legten mit 5,0 Prozent am stärksten zu, reine Onlineshops verloren 0,8 Prozent, Drogerie (plus 14,3 Prozent) und Lebensmittel (plus 9,1 Prozent) wuchsen kräftig, Elektronik (minus 4,6 Prozent) sowie Möbel, Lampen und Deko (minus 5,2 Prozent) schrumpften; heimische Anbieter haben laut bevh von der Schwäche der Asien-Plattformen bisher nicht profitiert, und Andreas Frank von Selr hält den Rückgang teilweise für einen Buchungseffekt, weil Shein und Temu auf Marktplatzmodelle mit Drittanbietern und EU-Lagern umstellen und dann nur noch Provisionen statt des Warenwerts verbuchen. To-do: Händler legen ihre eigene Entwicklung im dritten Quartal je Warengruppe neben diese Werte, um Marktbewegung von Eigenleistung zu trennen, rechnen in Kategorien mit viel günstiger Ware aus Asien nicht mit dauerhaft schwächerem Wettbewerb, weil Shein und Temu laut Selr zunehmend über Händler mit EU-Lagern verkaufen, und beobachten Preise und Lieferzeiten dieser Angebote in ihren Kernkategorien.