Der durchschnittliche ACOS auf Amazon lag 2025 bei 30,20 Prozent. Fuer viele Seller und Vendoren bedeutet das: Die Werbekosten fressen einen grossen Teil der Marge. Gleichzeitig ist der durchschnittliche CPC auf $1,12 gestiegen, ein Plus von 15,5 Prozent gegenueber dem Vorjahr. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Hebeln laesst sich der ACOS signifikant senken, ohne Sichtbarkeit zu verlieren. In diesem Beitrag zeigen wir dir sieben erprobte Strategien, mit denen unsere Kunden ihre Kampagnen profitabler machen.
1. Kampagnenstruktur ueberarbeiten
Die Kampagnenstruktur ist das Fundament jeder erfolgreichen PPC-Strategie. Zu viele Seller arbeiten mit einer oder zwei Bulk-Kampagnen, in denen hunderte Keywords auf unterschiedliche Produkte zielen. Das Ergebnis: Der Algorithmus kann nicht sauber optimieren, und du verlierst die Kontrolle ueber Budgets und Gebote.
Ein konkretes Beispiel aus unserer Praxis: Eine mittelstaendische Marke reduzierte ihren ACOS um 25 Prozent, indem sie eine einzige Bulk-Kampagne in sechs segmentierte Kampagnen aufteilte. Die Segmentierung erfolgte nach Match-Type, Performance-Level und Produktgruppe. Das erlaubte praezisere Gebotssteuerung und gezieltere Budget-Allokation.
Die ideale Kampagnenstruktur besteht aus drei Ebenen:
- Exact-Match-Kampagnen: Fuer deine Top-Keywords mit der hoechsten Conversion-Rate. Hier investierst du die hoechsten Gebote
- Phrase-Match-Kampagnen: Fuer Keywords in der Evaluierungsphase, die Potenzial gezeigt haben, aber noch nicht zu den Top-Performern gehoeren
- Broad- und Auto-Kampagnen: Als Discovery-Engine fuer neue Keywords. Niedriges Budget, regelmaessiges Harvesting
2. Keyword-Harvesting systematisieren
Keyword-Harvesting ist der Prozess, profitable Suchbegriffe aus Auto- und Broad-Kampagnen zu identifizieren und in praezisere Kampagnen zu ueberführen. Viele Seller betreiben diesen Prozess sporadisch oder gar nicht. Das fuehrt dazu, dass Budget in nicht-konvertierenden Suchbegriffen versickert.
So funktioniert effektives Harvesting: Analysiere woechentlich die Suchbegriffsberichte deiner Auto- und Broad-Kampagnen. Suche nach Begriffen mit mindestens drei Conversions und einem ACOS unter deinem Zielwert. Diese Begriffe uebertraegst du als Exact-Match in deine manuellen Kampagnen. Im Gegenzug fuegst du den Begriff als negatives Keyword in der Ursprungskampagne hinzu, um Doppelausgaben zu vermeiden.
Dieser Kreislauf sorgt dafuer, dass dein Werbebudget kontinuierlich in Richtung der profitabelsten Suchbegriffe fliesst, waehrend neue Opportunities weiterhin entdeckt werden.
3. Negative Keywords strategisch einsetzen
Negative Keywords sind einer der am staerksten unterschaetzten Hebel zur ACOS-Senkung. Jeder Klick auf einen irrelevanten Suchbegriff kostet dich Geld, ohne eine Conversion zu generieren. In der Praxis sehen wir regelmaessig Konten, in denen 20 bis 30 Prozent des Budgets in nicht-konvertierenden Begriffen verschwinden.
Bei Amazon stehen fuer negative Keywords nur zwei Match-Typen zur Verfuegung: Phrase Match und Exact Match. Es gibt kein negatives Broad Match. Das bedeutet, du musst bei der Pflege deiner negativen Keywords praezise vorgehen.
Nutze negatives Exact Match, um spezifische Begriffe auszuschliessen, die nachweislich nicht konvertieren. Negatives Phrase Match eignet sich, um ganze Themenbereiche zu blockieren. Beispiel: Verkaufst du Premium-Produkte, schliesse Phrasen wie "guenstig", "billig" oder "unter 10 Euro" aus.
Erstelle eine zentrale Negativ-Keyword-Liste auf Kontoebene und ueberpruefe sie mindestens alle zwei Wochen. So verhinderst du, dass Budget an irrelevante Klicks verloren geht.
4. Gebotsstrategie optimieren
Die Gebotsstrategie hat direkten Einfluss auf deinen ACOS. Zu hohe Gebote bedeuten unnoetige Kosten pro Klick, zu niedrige Gebote fuehren zu mangelnder Sichtbarkeit. Die Kunst liegt in der datenbasierten Kalibrierung.
Berechne fuer jedes Keyword den maximalen CPC, den du dir leisten kannst: Produktpreis mal Ziel-ACOS mal Conversion-Rate. Ein Produkt mit 30 Euro Verkaufspreis, einer Ziel-ACOS von 25 Prozent und einer Conversion-Rate von 10 Prozent ergibt einen maximalen CPC von 0,75 Euro.
Passe Gebote nicht pauschal an, sondern differenziere nach Performance-Tier. Top-Keywords mit hoher Conversion-Rate erhalten hoehere Gebote, Long-Tail-Keywords mit niedrigerem Volumen koennen mit geringeren Geboten profitabel laufen. Nutze die Gebotsanpassungen in Amazons Kampagnenmanager, um Gebote auf Placement-Ebene zu steuern.
5. Dayparting nutzen
Nicht jede Stunde des Tages konvertiert gleich gut. Conversion-Raten schwanken um bis zu 300 Prozent zwischen Peak- und Off-Peak-Zeiten. Wer seine Kampagnen rund um die Uhr mit dem gleichen Gebot laufen laesst, verschenkt Geld in konversionsschwachen Stunden und verpasst Chancen in Spitzenzeiten.
Dayparting bedeutet, deine Gebote und Budgets an die Tageszeiten anzupassen, in denen deine Zielgruppe am aktivsten ist. Die Daten zeigen: Seller, die konsequentes Dayparting betreiben, erzielen im Durchschnitt eine 51 Prozent hoehere Profitabilitaet.
Analysiere deine Kampagnendaten ueber mindestens vier Wochen nach Stunde und Wochentag. Identifiziere deine besten Conversion-Fenster und erhoehe die Gebote in diesen Zeitraeumen. In schwachen Zeiten, typischerweise spaet abends und frueh morgens, reduzierst du die Gebote oder pausierst Kampagnen komplett. Amazon bietet nativ kein Dayparting, aber Tools wie unser ROI-Rechner helfen dir, die optimalen Zeitfenster zu identifizieren.
6. Placement-Optimierung
Amazon bietet verschiedene Platzierungen fuer Sponsored-Products-Anzeigen: Top of Search, Rest of Search und Product Pages. Die Performance variiert erheblich zwischen diesen Placements. Top of Search-Anzeigen liefern eine zwei- bis dreimal hoehere Click-Through-Rate als andere Platzierungen, was zu mehr Traffic und potenziell besseren Conversion-Raten fuehrt.
Mit Placement-Bid-Multiplikatoren kannst du Gebote fuer bestimmte Platzierungen um 0 bis 900 Prozent erhoehen. Das erlaubt dir, gezielt in die Placements zu investieren, die fuer dein Produkt am besten performen.
Unsere Empfehlung: Analysiere die Placement-Berichte in deinem Kampagnen-Dashboard. Wenn Top of Search einen deutlich niedrigeren ACOS zeigt als andere Placements, erhoehe den Multiplikator schrittweise. Starte mit 50 Prozent und steigere in 25-Prozent-Schritten, solange der ACOS im Zielkorridor bleibt.
7. Conversion-Rate optimieren
Die Conversion-Rate ist die andere Seite der ACOS-Gleichung. Jede Verbesserung der Conversion-Rate senkt deinen ACOS direkt, denn du generierst mehr Umsatz aus den gleichen Klickkosten.
Wichtige Hebel fuer eine hoehere Conversion-Rate:
- Hauptbild optimieren: Das Hauptbild ist der wichtigste Klick-Treiber. Professionelle Produktfotos auf weissem Hintergrund mit klarer Produktdarstellung
- Titel und Bullet Points: Klare Benefit-Kommunikation statt Keyword-Stuffing. Beantworte die wichtigsten Kaeufer-Fragen
- A+ Content: Nutze A+ Content fuer Markenbildung und Conversion-Steigerung. Laut Amazon-Daten steigert A+ Content die Conversion-Rate um 3 bis 10 Prozent
- Bewertungen: Produkte mit mehr und besseren Bewertungen konvertieren signifikant besser. Nutze Amazon Vine und Request a Review systematisch
- Preisstrategie: Der Preis muss im Kontext der Wettbewerber wettbewerbsfaehig sein. Ueberpruefe regelmaessig, ob dein Preis-Leistungs-Verhaeltnis stimmt
Mehr zu Listing-Optimierung findest du in unserem Listing-Optimierung Checklist.
Fazit: ACOS senken ist ein kontinuierlicher Prozess
Den ACOS nachhaltig zu senken erfordert keine einzelne Massnahme, sondern ein Zusammenspiel aller sieben Strategien. Beginne mit der Kampagnenstruktur als Fundament, implementiere systematisches Keyword-Harvesting und Negativ-Keywords, und optimiere dann Gebote, Dayparting und Placements. Parallel dazu arbeite an der Conversion-Rate deiner Listings.
Wenn du eine detaillierte Analyse deines ACOS und konkrete Massnahmen fuer dein Konto willst, wirf einen Blick auf unseren ACOS vs. TACOS Guide oder sprich direkt mit unserem PPC-Team.
