Das Wichtigste vorab
- Kein Termin, trotzdem Zeitdruck: Amazon hat für die Prime Big Deal Days 2026 noch kein Datum genannt. Die Anlieferfristen laufen ab dem 2. September trotzdem.
- FBA-Anlieferung: 2. September (AWD), 9. September (minimale Sendungsaufteilung), 16. September (Amazon-optimierte Aufteilung).
- Deal-Einreichung: 23. September für die deutschen Stores, der Early-Bird-Rabatt am 5. August ist durch.
- Black Friday-Woche steht: 19. bis 30. November 2026 laut Seller Central, Early-Bird für die Deal-Gebühr noch bis 5. September.
- Peak-Gebühr ab 15. Oktober: durchschnittlich 0,27 Euro pro Einheit plus 1,5 Prozent Aufschlag, bis 14. Januar 2027.
Der Prime Day im Juni ist abgerechnet, das Q4-Geschäft beginnt. Für Seller stehen jetzt zwei Events im Kalender: die Prime Big Deal Days im Oktober und die Black Friday-Woche im November. Der Unterschied zwischen beiden ist gerade planerisch relevant. Für die Black Friday-Woche zeigt Seller Central bereits ein konkretes Fenster vom 19. bis 30. November an. Bei den Prime Big Deal Days steht das Event zwar zur Auswahl, aber ohne Datum.
Genau daran scheitert die Planung in vielen Accounts: Es wird auf die Ankündigung gewartet, obwohl die Fristen, die wirklich weh tun, gar nicht am Eventdatum hängen. Die Anlieferfristen sind gesetzt, die Einreichfenster sind offen, die Peak-Gebühr startet am 15. Oktober. Dieser Artikel sortiert, was feststeht, was nicht, und in welcher Reihenfolge du es abarbeitest.

Termin: Was Amazon gesagt hat und was nicht
Die Prime Big Deal Days sind Amazons Herbst-Event für Prime-Mitglieder, im Markt oft als Herbst-Prime-Day bezeichnet. Amazon hat für 2026 bisher weder Datum noch Dauer offiziell bestätigt.
Was du zur Orientierung nutzen kannst, ist der Rhythmus der Vorjahre:
- 2023: 10. und 11. Oktober
- 2024: 8. und 9. Oktober
- 2025: 7. und 8. Oktober
Das Muster ist stabil: erste Oktoberhälfte, Dienstag und Mittwoch, 48 Stunden. Dazu kommt ein Argument aus diesem Jahr: Amazon hat den Prime Day 2026 in den Juni vorgezogen, um den Abstand zum Herbst-Event zu vergrößern. Ein späteres Rutschen der Prime Big Deal Days würde diesen Abstand wieder verkleinern und näher an die Black Friday-Woche rücken. Plane deshalb mit einem Fenster von Anfang bis Mitte Oktober, und plane so, dass ein um eine Woche verschobenes Datum deine Vorbereitung nicht kippt.
Der praktische Umgang mit der Unsicherheit ist simpel: Alle Vorbereitungsschritte hängen an den Fristen, nicht am Eventtag. Wer die Anlieferfrist und die Einreichfrist trifft, ist unabhängig davon startklar, ob Amazon den 6. oder den 13. Oktober ausruft.
Die Fristen für beide Q4-Events im Überblick
Amazon hat die Anmeldung für das Q4-Deal-Geschäft am 8. Juli geöffnet, mit deutlich früheren Terminen als in den Vorjahren. Das sind die Daten, an denen du dich ausrichtest:
Prime Big Deal Days
- Early-Bird für die Deal-Gebühr: 5. August 2026, 30 Prozent Rabatt auf die Vorabgebühr. Dieser Termin ist durch
- Deal-Einreichung: 23. September 2026 für die deutschen Stores. Amazons globale Ankündigung nennt für die US-Stores den 8. September. Die für dich verbindliche Frist steht in Seller Central unter Werbung und Angebote, plane im Zweifel mit dem früheren Datum
- FBA-Anlieferung: 2. September (AWD), 9. September (minimale Sendungsaufteilung), 16. September (Amazon-optimierte Aufteilung)
Black Friday-Woche und Cyber Monday
- Eventfenster: 19. bis 30. November 2026 laut Deal-Event-Auswahl in Seller Central. Black Friday fällt auf den 27. November, Cyber Monday auf den 30. November
- Early-Bird für die Deal-Gebühr: 5. September 2026, 30 Prozent Rabatt auf die Vorabgebühr. Dieser Termin ist noch offen und der wirtschaftlich wichtigste Hebel der nächsten Wochen
- Deal-Einreichung: 18. November 2026
- FBA-Anlieferung: 14. Oktober (AWD), 21. Oktober (minimale Sendungsaufteilung), 28. Oktober (Amazon-optimierte Aufteilung)
Die für heute wichtigste Zeile in dieser Liste ist der 5. September. Wer die Black-Friday-Deals bis dahin einreicht, spart 30 Prozent auf die Vorabgebühr jeder Werbeaktion. Das ist keine große Summe pro Deal, summiert sich aber über ein breites Sortiment, und es zwingt zu einer sauberen ASIN-Auswahl zu einem Zeitpunkt, an dem noch Zeit für Korrekturen ist.
Bestand: Die Anlieferfrist ist die eigentliche Deadline
Die Anlieferfristen sind der Punkt, an dem Q4-Planung tatsächlich scheitert. Ware, die zu spät im Netzwerk ankommt, verliert für das jeweilige Event möglicherweise das Prime-Abzeichen. Ohne Prime-Badge fällst du aus dem Prime-Buy-Box-Pool und verlierst Sichtbarkeit in der Suche und auf der Produktdetailseite, und zwar genau in den Tagen, in denen der Traffic am teuersten ist.
- Rückwärts rechnen, nicht vorwärts: Nimm den 9. September als Zieltermin für die Prime Big Deal Days und rechne Produktionszeit, Transport und Wareneingang zurück. Bei Importware aus Asien ist der Zug für Oktober meist schon abgefahren, hier zählt der vorhandene Bestand
- Bedarf realistisch schätzen: Der durchschnittliche Tagesabsatz der letzten 30 Tage, multipliziert mit Faktor 3 bis 5 für die Eventtage, plus Sicherheitspuffer. Die Prime Big Deal Days liegen im Volumen unter Prime Day und Black Friday, aber ein Stock-Out kostet an jedem Eventtag gleich viel Ranking
- IPI-Score vorher prüfen: Ein niedriger Wert begrenzt deine Lagerkapazität ausgerechnet dann, wenn du sie brauchst. Räume langsam drehenden Bestand jetzt, nicht im Oktober. Details dazu im Guide zum IPI-Score
- Zwei Events, eine Lieferkette: Die Black-Friday-Anlieferung am 21. Oktober liegt nur sechs Wochen nach der Oktober-Frist. Wer den Oktober-Bestand zu knapp plant, hat im November kein Polster mehr
Deals einreichen: Formate, Kosten und die 3,5-Sterne-Hürde
Die Gebührenstruktur auf amazon.de ist seit Anfang 2026 anders als früher, das ist für die Kalkulation wichtiger als die Wahl des Deal-Formats:
- Vorabgebühr: 16 Euro pro Werbeaktion, mit Early-Bird-Einreichung 30 Prozent weniger
- Variable Gebühr: 0,75 Prozent des Aktionsumsatzes, gedeckelt bei 1.000 Euro
- Peak-Versandgebühr: vom 15. Oktober 2026 bis 14. Januar 2027 im Schnitt 0,27 Euro zusätzlich pro Einheit bei kleinen und Standardpaketen, dazu 1,5 Prozent Treibstoff- und Logistikaufschlag
Die Formate selbst bleiben bekannt: Blitzangebote laufen wenige Stunden mit hoher Sichtbarkeit auf der Angebotsseite, Best Deals laufen über den gesamten Eventzeitraum und verlangen mindestens 20 Prozent Rabatt gegenüber dem 30-Tage-Durchschnittspreis, Prime Exclusive Discounts sind nur für Prime-Mitglieder sichtbar und verlangen mindestens 10 Prozent. Neu ist hier eine Qualitätsschwelle: Prime Exclusive Discounts setzen inzwischen mindestens 3,5 Sterne voraus. Produkte darunter fallen aus dem Format heraus, was die ASIN-Auswahl vorgibt.
Coupons bleiben das flexible Werkzeug daneben, mit niedrigerer Einstiegshürde und dem grünen Badge in den Suchergebnissen. Eine vollständige Gegenüberstellung aller Formate findest du im Guide zu Deals, Coupons und Promotions.
Der Preis-Effekt zwischen Oktober und November
Ein Detail aus Amazons Q4-Ankündigung entscheidet darüber, ob dein Oktober dem November schadet: Aktionspreise aus den Prime Big Deal Days fließen nicht in die 30- und 60-Tage-Preishistorie ein, mit der Amazon den maximal zulässigen Deal-Preis für Black Friday und Cyber Monday berechnet.
Praktisch heißt das: Ein aggressiver Oktober-Deal drückt deine Referenzpreise für November nicht nach unten. Du kannst also im Oktober Ranking und Sichtbarkeit kaufen, ohne dir die Deal-Fähigkeit für das größere Event zu verbauen. Wer das nicht weiß, hält im Oktober aus Vorsicht zurück und verschenkt genau den Ranking-Vorlauf, der im November die CPC-Rechnung entlastet.
Umgekehrt gilt weiterhin: reguläre Preissenkungen außerhalb der Aktionsfenster zählen sehr wohl in die Preishistorie. Wer im September dauerhaft rabattiert, senkt seine eigene Deal-Obergrenze für beide Events.
PPC über die Q4-Strecke
Die Werbekosten steigen in Q4 in zwei Wellen, und die zweite ist deutlich teurer als die erste. Sinnvoll ist eine gestaffelte Budgetlogik statt einer einmaligen Erhöhung am Eventtag:
- Jetzt bis Ende September: Kampagnenstruktur und Keyword-Sets aufräumen, solange die Klickpreise normal sind. Neue Kampagnen jetzt testen, nicht im Oktober bei doppelten CPC
- Eine Woche vor dem Event: Tagesbudgets für die Top-ASINs erhöhen und Gebote auf die conversionstärksten Keywords anheben. Ziel ist Sichtbarkeit vor dem Event, nicht erst währenddessen
- Während der Eventtage: Budgets so setzen, dass keine Kampagne mittags ausläuft. Budgetverbrauch alle zwei bis drei Stunden prüfen. Eine budgetgebundene Kampagne reagiert nicht mehr auf Gebotserhöhungen, das ist der häufigste vermeidbare Fehler an Eventtagen
- Markenschutz: Wettbewerber bieten in beiden Events verstärkt auf deine Marken-Keywords. Defensive Kampagnen vorher hochfahren, nicht reaktiv
- Nach dem Event: Gebote und Budgets aktiv zurücksetzen. Wer die Eventeinstellungen stehen lässt, zahlt zwei Wochen lang Eventpreise für Normal-Traffic
Wie die Budgetsteuerung über TACoS statt über reine Kampagnen-ACoS-Werte funktioniert, steht im Guide zu ACoS und TACoS. Wenn du die Steuerung über die gesamte Q4-Strecke abgeben willst, zeigt unsere Seite zur Amazon-PPC-Agentur, wie wir das aufsetzen.
Die Phase zwischen den Events nicht verschenken
Zwischen den Prime Big Deal Days und der Black Friday-Woche liegen rund sechs Wochen. Diese Zeit ist kein Leerlauf, sondern die Vorbereitung für das eigentliche Hauptereignis:
- Retargeting: Die Besucher aus dem Oktober-Event sind eine warme Zielgruppe. Sponsored-Display-Retargeting in den Wochen danach ist deutlich günstiger als Neukunden-Traffic im November
- Bewertungen einsammeln: Für alle Event-Bestellungen nach etwa fünf Tagen die Bewertungsanfrage auslösen. Wer im Oktober 30 Bewertungen aufbaut, geht mit besserer Conversion in den November
- Ranking halten: Der Verkaufsschub verbessert das organische Ranking. Halte das PPC-Budget danach ein bis zwei Wochen leicht über Normalniveau, damit die neue Position stabilisiert
- Daten auswerten: Welche ASINs, Keywords und Deal-Formate haben getragen? Diese Auswertung ist die Grundlage für die Black-Friday-Einreichung, deren Frist am 18. November liegt
Häufige Fehler in der Q4-Vorbereitung
- Auf die Terminankündigung warten: Der häufigste Fehler in diesem Jahr. Die Anlieferfrist am 2. beziehungsweise 9. September kommt unabhängig davon, wann Amazon das Datum bekannt gibt
- Peak-Gebühr nicht einkalkulieren: Ab 15. Oktober kostet jede Einheit im Schnitt 0,27 Euro mehr, dazu 1,5 Prozent Aufschlag. Bei knapp kalkulierten Deals kippt das die Marge ins Minus
- Zu viele ASINs anmelden: Jede Werbeaktion kostet Vorabgebühr plus variable Gebühr. Deals auf Produkte ohne Sales Velocity oder ohne Bewertungsbasis verbrennen Budget, ohne Ranking zu erzeugen
- Bestand für beide Events aus einem Topf planen: Ein starker Oktober ohne Nachschubplanung führt im November zum Stock-Out, im teuersten Zeitfenster des Jahres
- Listing-Änderungen während des Events: Titel, Bilder oder A+ Content mitten im Event zu ändern, riskiert Indexierungs- und Freigabeverzögerungen. Alle Änderungen vorher abschließen
- Nach dem Oktober-Event auf Normalbetrieb schalten: Retargeting und Bewertungsaufbau in den Wochen danach sind der günstigste Teil der Black-Friday-Vorbereitung
Timeline: August bis Dezember 2026
- August: ASIN-Auswahl für beide Events festlegen, Bestand prüfen, Nachschub buchen, Listings und Bilder final machen
- Bis 5. September: Black-Friday-Deals einreichen und 30 Prozent Vorabgebühr sparen
- 2. bis 16. September: Anlieferfenster für die Prime Big Deal Days, je nach Sendungsaufteilung
- Bis 23. September: Deal-Einreichung für die Prime Big Deal Days abschließen
- Anfang bis Mitte Oktober: Erwartetes Eventfenster, Budget-Monitoring alle zwei bis drei Stunden
- Ab 15. Oktober: Peak-Versandgebühr greift, Deal-Margen neu rechnen
- 14. bis 28. Oktober: Anlieferfenster für die Black Friday-Woche
- Bis 18. November: Letzte Frist für Black-Friday-Deals
- 19. bis 30. November: Black Friday-Woche inklusive Black Friday am 27. und Cyber Monday am 30. November
- Dezember: Restbestand steuern, Gebote normalisieren, Auswertung für 2027 dokumentieren
Fazit
Das fehlende Datum für die Prime Big Deal Days ist kein Grund zu warten, sondern der Grund, sich an den Fristen zu orientieren. Anlieferung Anfang September, Einreichung bis spätestens 23. September, Black-Friday-Early-Bird am 5. September: Diese drei Termine entscheiden über deine Q4-Sichtbarkeit, nicht die Pressemitteilung von Amazon. Wer beide Events als eine Strecke plant statt als zwei getrennte Aktionen, nutzt den Oktober als Ranking-Vorlauf für den November, ohne sich die Deal-Preise zu verbauen.
Die vollständige Vorbereitung für das größere der beiden Events steht in unserer Black-Friday-Checkliste. Wie die Vorbereitung auf ein Prime-Event im Detail aussieht, zeigt der Prime-Day-Guide.
Quellen
Häufige Fragen
Wann sind die Amazon Prime Big Deal Days 2026?
Amazon hat den Termin bislang nicht bekannt gegeben. In Seller Central steht das Event bereits als auswählbares Deal-Event zur Verfügung, aber ohne Datumsangabe. In den Vorjahren lag das Event immer in der ersten Oktoberhälfte und dauerte 48 Stunden: 10. und 11. Oktober 2023, 8. und 9. Oktober 2024, 7. und 8. Oktober 2025. Plane deshalb mit einem Fenster Anfang bis Mitte Oktober und richte dich nach den Fristen, nicht nach dem Eventdatum.
Bis wann müssen Deals für die Prime Big Deal Days eingereicht werden?
Für die deutschen Stores wird der 23. September 2026 als Einreichfrist genannt, Amazons globale Ankündigung nennt für die US-Stores den 8. September. Die für dich verbindliche Frist steht in Seller Central unter Werbung und Angebote. Der Early-Bird-Termin am 5. August, der 30 Prozent auf die Vorabgebühr gespart hätte, ist bereits durch.
Wann muss die FBA-Ware für die Prime Big Deal Days im Lager sein?
Für die Prime-Badge-Sicherheit gelten drei gestaffelte Termine: 2. September für AWD, 9. September bei minimaler Sendungsaufteilung und 16. September bei Amazon-optimierter Aufteilung. Ware, die später ankommt, verliert für das Event möglicherweise das Prime-Abzeichen und damit Sichtbarkeit in Suche und auf der Produktdetailseite.
Was kostet eine Deal-Teilnahme auf amazon.de?
In Deutschland fällt eine Vorabgebühr von 16 Euro pro Werbeaktion an, dazu eine variable Gebühr von 0,75 Prozent des Aktionsumsatzes, gedeckelt bei 1.000 Euro. Dazu kommt der eigentliche Rabatt und ab dem 15. Oktober die Peak-Versandgebühr von durchschnittlich 0,27 Euro pro Einheit plus 1,5 Prozent Treibstoff- und Logistikaufschlag. Rechne alle vier Positionen in die Deal-Marge, bevor du einreichst.
Lohnen sich die Prime Big Deal Days, wenn sechs Wochen später Black Friday kommt?
Ja, aus zwei Gründen. Erstens ziehen die Prime Big Deal Days Ranking und Bewertungen nach oben, bevor im November die teuerste Traffic-Phase des Jahres startet. Zweitens fließen Aktionspreise aus den Prime Big Deal Days nicht in die 30- und 60-Tage-Preishistorie ein, mit der Amazon den maximal zulässigen Deal-Preis für Black Friday und Cyber Monday berechnet. Ein Oktober-Deal verbaut dir also nicht den November.
